Kritik der Veranstaltung der Genderpanks mit den Anarchists Against the Wall am 9. März in Mainz

Die Mainzer Gruppe Genderpanks, ein anarchistischer Neuzugang der recht beschaulichen linken Szene in Mainz und laut Facebook-Eigenbeschreibung eine „Queere Gruppe für eine Welt ohne Sexismus, Homo- & Transphobie, Rassismus, Antisemitismus, Klassismus, Ableismus etc. – come queer, stay rebel!“ lädt für Mittwoch, den 9. März 2016 zum „Queer post-Punk“ Konzert ins Haus Mainusch.

Spielen sollten die Bremer Band Analog Ruins und die Tel Aviver Band Afor Gashum. Die Sängerin und Gitarristin von Afor Gashum, Michal, bot den Genderpanks an, das Konzertprogramm um einen Vortrag ihrerseits zu erweitern, in dem sie dem geneigten deutschen Publikum von ihrem Aktivismus bei der Gruppe Anarchists Against the Wall berichten wolle, welche den Kampf palästinensischer Gruppen gegen die israelischen Sperranlagen um den Gaza-Streifen und das Westjordanland mit Demos und Direct-Action-Maßnahmen unterstützt.

Im Angesicht ihrer zarten Hoffnung, nun vielleicht doch auch von Mainzer Seite einen wertvollen Beitrag zur Lösung des Israelisch-Palästinensischen Konfliktes leisten zu können, nahmen die Genderpanks diesen Vorschlag nur zu gerne an und erweiterten das Konzertprogramm um besagten Vortrag. Man sei gespannt auf einen Austausch und freue sich über kritische Stimmen, wie die Gruppe in der Veranstaltungseinladung
freudig verkündete.

Nachdem vor allem in den Sozialen Medien von verschiedenen Einzelpersonen Kritik an der Veranstaltung geübt wurde, entschied das Mainusch-Plenum am 2. März den Vortrag nicht im Mainusch stattfinden zu lassen. Der neue Veranstaltungsort, der Infoladen Cronopios, hat offenbar weniger Berührungsängste.

Diese Broschüre kritisiert sowohl eingeladenen als auch einladende Gruppe. Der erste Text zu den Anarchists Against the Wall entspricht der ersten Kritik, die auf Facebook gepostet wurde und wurde leicht überarbeitet. Der zweite Text beschäftigt sich mit der Kritikabwehr der Genderpanks, dem zum besseren Verständnis die beiden Facebook-Antworten der Genderpanks angehangen wurden. Der dritte Text bietet einen Ausblick zum Verhältnis der deutschen Linken zu Palästina.

Der Text steht hier zum Download bereit.


Alle wörtlich gekennzeichneten Zitate sind der Selbstbeschreibung der Gruppe Genderpanks und der Veranstaltungsbeschreibung bei Facebook entnommen:
https://www.facebook.com/genderpanks/?fref=ts
https://www.facebook.com/events/1696831113862962/

[Pressemitteilung] Junge Union und JDJL Mainz: Gemeinsam für mehr Rückzugsräume

Der Kreisverband Mainz der Jungdemokrat_innen/Junge Linke (JD/JL) Rheinland_Pfalz ist erfreut, nicht mehr nur sie alleine, sondern mittlerweile auch die die Junge Union Mainz „Rückzugsräume“ an Fastnacht fordern. Das berichtet die Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe [2]. Die jungen Linken veröffentlichten bereits vor knapp drei Jahren ein Positionspapier, das ebenfalls in der Allgemeinen Zeitung abgedruckt wurde und das die Junge Union nun offenbar in seinen Grundzügen übernommen hat. [2]
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Eine Mauer zwischen Mainz und Kastel: Zum 70. Jahrestag der Bombardierung von Mainz

Zum 70. Jahrestag der Bombardierung von Mainz erneuert der Kreisverband Mainz der Jungdemokrat_innen/Junge Linke (JD/JL) seine Forderung nach der endgültigen Teilung der Stadt Mainz. Mit der Vernichtung großer Teile der Stadt 1945 ging rund anderthalb Jahre später auch ihre Teilung einher: Durch die Neugründung der Bundesländer hat die Stadt Mainz mehrere Ortsteile an die hessische Nachbarstadt Wiesbaden verloren, auf die Mainz und das Land Rheinland-Pfalz immer noch Anspruch erheben.

Die Abtrennung der rechtsrheinischen Stadtteile der Stadt Mainz ist die einzig offen auf der Karte sichtbare Narbe aus dem zweiten Weltkrieg nach der Wiedervereinigung. Die Teilung Deutschlands in BRD und DDR war eine vielleicht ungeplante, aber nichtdestotrotz wirksame Demütigung der Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg. Eine Bescheidung und Aufteilung des Landes war die einzige Form der Kollektivstrafe, die die Deutschen getroffen hat, auch wenn diese seit der Wiedervereinigung 1990 nicht mehr auf der Karte sichtbar ist – außer in Mainz.

Der Kreisverband spricht sich in diesem Sinne für einen Verbleib der rechtsrheinischen Mainzer Stadtteile bei der Stadt Wiesbaden aus. Um diese Trennung im wahrsten Sinne des Wortes zu zementieren, ist der Kreisverband darüber hinaus für den Bau einer Mauer zwischen Mainz und den neuen Wiesbadener Stadtteilen. Die bereits jetzt schon unbefahrbare Schiersteiner Brücke sieht der Kreisverband als ersten Schritt in die richtige Richtung an.

Der Grundstein wurde darüber hinaus bereits 2009 durch die Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit dem Qualitätsjournal „Bild“ gelegt. Zum 20. Jahrestag der DDR-Übernahme wurde ein Stück der ehemaligen Berliner Mauer am Mainzer Rheinufer, neben der Theodor-Heuss-Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden aufgebaut. Dieses Mauerstück hatte „Bild“ der Stadt Mainz gespendet. Laut dem damaligen Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel ist dieser symbolträchtige Ort kein Zufall: „Das hatten wir durchaus im Hinterkopf, als wir den Platz aussuchten.“

It’s getting boring: Bildungsstreik 2014

Für Mittwoch, den 25. Juni 2014 ruft der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Mainz zu einer „Großdemonstration“ (Zitat Demoaufruf) in Wiesbaden auf. Thema ist die mangelnde Finanzierung von Bildung. Auch wenn Jungdemokrat_innen/Junge Linke (JD/JL) Mainz sich gerne vom Gegenteil überraschen lassen, dürfte die Resonanz der Demonstration – wie bereits in den vergangenen Jahren seit 2009 – eher gering ausfallen.
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Des Meenzers liebster Neger

Wenn das größte Dorf in Rheinland_Pfalz in überregionalen Medien Erwähnung erfährt, darf außer der dummdeutschen Wiederholung des Immergleichen nichts erwartet werden. So geschehen am 9. Januar 2014, als die FAZ auf Seite 2 über den Identitätsprovinzler Thomas Neger und seine vom Großvater übernommene Dachdeckerfirma berichtete. Anlass war das Firmenlogo, das einen Hammer schwingenden stilisierten Schwarzen mit überdimensionierten Lippen und Ohrringen zeigt. Dass das Logo erst in letzter Zeit auf Widerspruch stößt, ist peinlich genug. Weit gefehlt aber in der Provinzhauptstadt Mainz, in der, so CDU-Stadtrat Hannsgeorg Schönig, niemand sich daran stößt. Der Diskriminierungsexperte Schönig weiß des Weiteren die Gemüter zu beruhigen, schließlich sei die Grafik unproblematisch und einzig »eine bildliche Umsetzung des Namens Neger mit allen künstlerischen Freiheiten«.[1]
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