Veranstaltung: There’s No Business Like NGO Business

Eine kritische Analyse der Antriebe und Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in den palästinensischen Gebieten.

Vortrag und Diskussion mit Alex Feuerherdt.

3. Februar 2014, 19:30 Uhr, Landesgeschäftsstelle JD/JL (Walpodenstraße 10, 55116 Mainz)

Nirgendwo auf der Welt ist die Dichte an NGOs so hoch wie in den palästinensischen Gebieten, mehr als tausend sind es alleine im Westjordanland. Hängt diese Tatsache damit zusammen, dass die „internationale Gemeinschaft“ zu wenig für die Palästinenser tut? Nein – denn pro Kopf empfängt weltweit niemand mehr ausländische Finanzhilfen als die Palästinenser. Die UNO hat ihnen zudem sogar ein eigenes Flüchtlingshilfswerk eingerichtet. Ohnehin lässt sich nicht ernsthaft behaupten, dass die Verhältnisse in den palästinensischen Gebieten die schlimmsten auf dem Erdball wären: Die Lebenserwartung der Bewohner des Gazastreifens etwa ist höher als in Ägypten, der Türkei und über hundert weiteren Staaten. Die Kindersterblichkeit hat ungefähr das Niveau von Bulgarien und liegt niedriger als in den meisten süd- und mittelamerikanischen Ländern.

Nicht wenige NGOs zeichnen von den palästinensischen Gebieten jedoch ein anderes Bild – nämlich das eines besetzten und belagerten Landstrichs, in dem die Bevölkerung vom israelischen Staat eingesperrt, um ihre Lebensgrundlagen gebracht und immer wieder grundlos mit Krieg überzogen wird. Dass der Gazastreifen von der islamistischen, judenfeindlichen Hamas beherrscht wird, ist für sie in aller Regel so wenig ein Thema wie das autoritäre, korrupte und kaum weniger antisemitische Regime der Fatah im Westjordanland. Die weitaus meisten Nichtregierungsorganisationen suchen die Schuld für kritikwürdige Zustände in den palästinensischen Gebieten nahezu ausschließlich beim jüdischen Staat.

Warum ist das so, und welcher Art ist die Hilfe, die von NGOs in den palästinensischen Gebieten geleistet wird? Wer finanziert sie, wohin führt sie? Welches Menschenbild herrscht in den NGOs vor? Und könnte es sein, dass nicht wenige von ihnen trotz gegenteiliger Beteuerungen gar kein Interesse an einem nahöstlichen Frieden haben?

Alex Feuerherdt (44) ist freier Autor und lebt in Köln. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Nahost, unter anderem für die „Jüdische Allgemeine“, „Konkret“, den „Tagesspiegel“ und die „Jungle World“.

Veranstaltet in Kooperation mit der Aktion 3. Welt Saar.