Eine Mauer zwischen Mainz und Kastel: Zum 70. Jahrestag der Bombardierung von Mainz

Zum 70. Jahrestag der Bombardierung von Mainz erneuert der Kreisverband Mainz der Jungdemokrat_innen/Junge Linke (JD/JL) seine Forderung nach der endgültigen Teilung der Stadt Mainz. Mit der Vernichtung großer Teile der Stadt 1945 ging rund anderthalb Jahre später auch ihre Teilung einher: Durch die Neugründung der Bundesländer hat die Stadt Mainz mehrere Ortsteile an die hessische Nachbarstadt Wiesbaden verloren, auf die Mainz und das Land Rheinland-Pfalz immer noch Anspruch erheben.

Die Abtrennung der rechtsrheinischen Stadtteile der Stadt Mainz ist die einzig offen auf der Karte sichtbare Narbe aus dem zweiten Weltkrieg nach der Wiedervereinigung. Die Teilung Deutschlands in BRD und DDR war eine vielleicht ungeplante, aber nichtdestotrotz wirksame Demütigung der Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg. Eine Bescheidung und Aufteilung des Landes war die einzige Form der Kollektivstrafe, die die Deutschen getroffen hat, auch wenn diese seit der Wiedervereinigung 1990 nicht mehr auf der Karte sichtbar ist – außer in Mainz.

Der Kreisverband spricht sich in diesem Sinne für einen Verbleib der rechtsrheinischen Mainzer Stadtteile bei der Stadt Wiesbaden aus. Um diese Trennung im wahrsten Sinne des Wortes zu zementieren, ist der Kreisverband darüber hinaus für den Bau einer Mauer zwischen Mainz und den neuen Wiesbadener Stadtteilen. Die bereits jetzt schon unbefahrbare Schiersteiner Brücke sieht der Kreisverband als ersten Schritt in die richtige Richtung an.

Der Grundstein wurde darüber hinaus bereits 2009 durch die Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit dem Qualitätsjournal „Bild“ gelegt. Zum 20. Jahrestag der DDR-Übernahme wurde ein Stück der ehemaligen Berliner Mauer am Mainzer Rheinufer, neben der Theodor-Heuss-Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden aufgebaut. Dieses Mauerstück hatte „Bild“ der Stadt Mainz gespendet. Laut dem damaligen Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel ist dieser symbolträchtige Ort kein Zufall: „Das hatten wir durchaus im Hinterkopf, als wir den Platz aussuchten.“